Das Smart Cities-Modellprojekt EIFELKREIS VERBINDET

Ende 2020 wurde es bekannt gegeben: Der Eifelkreis Bitburg-Prüm wurde als eine von 32 Modellregionen der zweiten Staffel des bundesgeförderten Modellprojekts „Smart Cities – made in Germany“ ausgewählt. Mit dem Förderprogramm unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, die Digitalisierung strategisch im Sinne einer integrierten, nachhaltigen Stadtentwicklung zu gestalten. Ziel ist es, digitale Strategien für das Leben der Zukunft zu erarbeiten und die entwickelten Maßnahmen umzusetzen. So will sich auch der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit dem Projekt „EIFELKREIS VERBINDET“ in den kommenden Jahren zu einer Smarten Region weiterentwickeln und den Alltag der Bürgerinnen und Bürger mit digitalen Angeboten erleichtern und sinnvoll unterstützen.

Im Eifelkreis lässt es sich gut leben: innovative kreative Unternehmen, viel Natur, günstiges Wohnen, funktionierende Sozialstrukturen, wenig Kriminalität,... Doch der Landkreis mit dünner Besiedlung, kleinteiliger Siedlungsstruktur und weiten Entfernungen hat natürlich auch seine besonderen Herausforderungen. Diesen Rahmenbedingungen begegnet man in der Eifel seit jeher mit weitsichtigen Lösungen. Die Zukunft wird „bottom-up“ von den Bürgern mitgestaltet, ob beim integrierten Kreisentwicklungskonzept oder dem Zukunfts-Check Dorf.

 Prozessgrafik zur Digitalen Entwicklung des Eifelkreis

Ein Kooperationsprojekt mit den Verbandsgemeinden und der Stadt Bitburg

Das Projekt „EIFELKREIS VERBINDET“, für das der Eifelkreis in Kooperation mit den Verbandsgemeinden den Zuschlag aus der Bundesförderung „Modellprojekte Smart Cities“ erhalten hat, wird hier weitere Brücken schlagen und Menschen, Dienstleistungen und Angebote digital unterstützt noch näher zusammenbringen.

Im Förderprojekt, das zunächst auf sieben Jahre angelegt ist, sollen zahlreiche Themenbereiche bearbeitet werden. Dabei stehen die Alltagsfragen der Menschen im Mittelpunkt. Die übergeordneten Handlungsfelder sind bereits im Kreisentwicklungskonzept des Eifelkreises verankert. Sinnvoll vernetzte digitale Daten sollen nun unterstützend dabei helfen, die identifizierten Aufgaben anzugehen. Angedacht – doch nicht abschließend vorgegeben – sind dabei Lösungen im Bereich E-Learning für die private oder berufliche Aus- und Weiterbildung, Online-Behördenservices oder ein gemeinsamer regionaler Online-Shoppingmarktplatz. Auch ein vernetztes Mobilitätsangebot aus ÖPNV, Mitfahrmöglichkeiten und Carsharing inklusive Ladeinfrastruktur soll hierüber in Echtzeit verfügbar sein. „EIFELKREIS VERBINDET“ wird diese Projekte aufgreifen und noch viele weitere praktische Anwendungen integrieren.

Digitalisierung ist für den Eifelkreis kein Neuland. Gemeinsam mit der Toyota Mobility Stiftung hat man bereits die „Lokalhelfer“-Plattform entwickelt, über die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe vermittelt werden kann. Aktuell arbeiten die Kreisentwickler auch bereits an Projekten wie dem Digitalen Willkommenslotsen oder einer Vernetzungsplattform für Unternehmen mit integrierter Maschinenbörse.

Was den Projektinitiatoren der Kreisverwaltung besonders wichtig ist: Von Anfang an sollen Bürger, Unternehmen, Verwaltungen und weitere Fachexperten in den interkommunalen Prozess eingebunden werden. Workshops, Arbeitskreise, Koordinierungsgruppen und Digitalisierungsbeauftragte werden auf allen Ebenen – von Ortsgemeinde bis Landkreis – alltagstaugliche Ideen liefern, die in eine gemeinsame Struktur und digitale Plattform überführt werden. Dabei sollen keine unabhängigen Insellösungen entstehen. Vielmehr wird es darum gehen, die verschiedenen Anwendungen und Daten in einem „digitalen Ökosystems“, einer vernetzten Datenarchitektur, zusammen zu führen. So entsteht ein digitales Gesamtangebot, bei dem der Bürger sein Fahrzeug ummelden, ehrenamtliche Hilfe fürs Rasenmähen anfragen, ein E-Dorfauto buchen oder einen Online-Kurs bei einem regionalen Anbieter belegen kann. Hierbei ist hervorzuheben: Der Alltag der Menschen soll sinnvoll unterstützt werden und nicht Digitalisierung des Digitalisierens wegen betrieben werden!

Hohen Wert legt man auch auf die Sicherheit des Systems und der in Deutschland gespeicherten Daten. Teile des Gesamtprojektes sollen nach der jeweiligen Fertigstellung immer wieder in Live-Tests auf ihre Praktikabilität überprüft werden. Dies soll unter Realbedingungen in einem „Living Lab“ – einem abgegrenzten Quartier geschehen, das den Experten als „lebendiges Labor“ dient. Ausgeschaut hat man sich hierfür das Bitburger Housing-Gelände, auf dem ein GreenTec-Campus mit vielfältigen innovativen Arbeits- und Wohnkonzepten entstehen soll.

 

Das Projektbüro „EIFELKREIS VERBINDET“

Um diese komplexe Aufgabe wird sich das neu gegründete Projektbüro „EIFELKREIS VERBINDET“ kümmern, dass im Juli 2021 offiziell mit der Arbeit begonnen hat. Seither arbeitet das sechsköpfige Projektteam eifrig an den Grundlagen zur Strategieentwicklung. Denn bis Ende 2022 will das Team, unter der Leitung von Thomas Hoor, eine Digitalstrategie entwerfen. Zum Projektteam zählen Fachleute mit Erfahrungen in den zentralen Handlungsfeldern, in Projektmanagement, IT, Verwaltung oder auch Öffentlichkeitsarbeit.

Es wird erwartet, dass das Projekt „EIFELKREIS VERBINDET“ einen bedeutenden Schub in der Kreisentwicklung bringen wird. Auch in der Außenwirkung erhofft man sich positive Effekte. Menschen, Startups und Unternehmen außerhalb der Eifel sollen von der Innovationskraft der Region überzeugt werden – und erkennen, dass man hier auf dem Lande ein ausgezeichnetes Umfeld zum entspannten Leben und innovativen Arbeiten findet.

Übersicht der Maßnahmen und Projekte des Kreisentwicklungskonzepts

Infos zum bundesgeförderten Modellprojekt „Smart Cities – made in Germany“

Was verbirgt sich hinter dem Begriff der „Smart Cities“?:

In einer smarten Stadt, bzw. Region werden Technologien und Daten verknüpft, um die Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner sowie die Standortqualität für die Unternehmen zu erhöhen und dabei weniger Ressourcen zu verbrauchen. Einwohnerinnen und Einwohner sind wesentlicher Teil der Entwicklungen und können Lösungen für den Alltag erarbeiten, testen und mitbestimmen.“

(Zitat, St.Gallen, September 2018)

"Smart Cities" steht für die Entwicklung und sinnvolle Nutzung digitaler Technologien in fast allen Bereichen auf kommunaler Ebene. Zur Förderung dieses Prozesses hatte das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat Anfang 2020 zum zweiten Mal einen Konzeptwettbewerb ausgeschrieben. Im September 2020 wurden aus 86 Bewerbungen 32 Modellregionen bekanntgegeben, die – aufgestockt um die Mittel des Konjunktur- und Zukunftspakets – mit 820 Millionen Euro gefördert werden. Die Förderquote des Bundes liegt bei 90% – im Eifelkreis somit 13,9 Mio. Euro zur Finanzierung von Personal, Kompetenzaufbau und Investitionen. Den Rest des Gesamtprojektvolumens von 15,44 Mio. bringt der Kreis als Eigenanteil ein.

Neben 20 großen Städten wie München oder Hamburg werden auch ein Dutzend interkommunale Kooperationen und Landkreise gefördert. Als weiterer Landkreis in Rheinland-Pfalz freut sich der Kreis Mayen-Koblenz über den Zuschlag.

Das Förderprogramm ist auf sieben Jahre angelegt. In den ersten beiden Jahren soll eine umfassende Digitalstrategie entwickelt werden, die im Eifelkreis auf dem Kreisentwicklungskonzept aufbaut und dieses weiterentwickelt. Erste Umsetzungsprojekte können auch in dieser Phase bereits angegangen werden. Hierfür stehen bis zu einer Mio. Euro zur Verfügung.

In den folgenden fünf Jahren geht es um die konkrete Umsetzung der entwickelten Digitalstrategie und daraus hervorgegangener Maßnahmen.

 

Darstellung der einzelnen Beteiligungsschritte

 

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