Regionalkonferenzen spiegeln die Vielfalt des Eifelkreises wider

Von Andreas Heiseler am 09.08.2022

Wie sieht das Zukunftsbild für den Eifelkreis aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger, der Unternehmen und anderer Akteure aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft aus? Was sind die wichtigsten Handlungsfelder, Maßnahmen und Projekte, die in den nächsten Jahren angepackt werden sollten? Diese Fragen stellten Landrat Andreas Kruppert sowie ein Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung den rund 300 Teilnehmenden der zurückliegenden sechs Regionalkonferenzen in Arzfeld, Bitburg, Speicher, Utscheid, Bettingen und Weinsheim.

Bereits während der ersten Regionalkonferenz in Arzfeld prognostizierte Landrat Andreas Kruppert: „Wir werden in jeder einzelnen Regionalkonferenz verschiedene Schwerpunktsetzungen bei den Themen sehen, alleine schon aufgrund der unterschiedlichen Struktur der Verbandsgemeinden und der Stadt Bitburg. So sind die Herausforderungen beispielsweise in der Verbandsgemeinde Arzfeld ganz anders gelagert als in der Stadt Bitburg oder der Verbandsgemeinde Speicher.“

In moderierten Einstiegsgesprächen zeigten Landrat Kruppert sowie die Bürgermeisterin bzw. Bürgermeister der Verbandsgemeinden und der Stadt Bitburg zunächst einmal die Notwendigkeit und den Vorteil integrierter Konzepte wie dem Kreisentwicklungskonzept auf. Intergiert heißt dabei nicht nur, sich vom strikten Sektorendenken zu lösen, sondern wichtige Entwicklungsthemen auch über alle kommunalen Ebenen hinweg gemeinsam anzupacken, von der Orts- über die Verbandsgemeinde bis hin zum Landkreis.

Andreas Kruppert machte dies an einem Beispiel deutlich: „Wenn wir Ärztinnen und Ärzte für die Region gewinnen möchten, fragen die sich zunächst einmal: Welche beruflichen Möglichkeiten bieten sich im Eifelkreis für meine Partnerin / meinen Partner? In welcher Gemeinde finde ich eine passende Wohnung oder später vielleicht auch ein geeignetes Grundstück und wo ist eine Kindertagesstätte für meine Kinder? Hier bewegt man sich auf der Ebene der Ortsgemeinde. Wenn die Kinder schulpflichtig sind oder werden, stellt sich die Frage nach der nächstgelegenen Grundschule und später den weiterführenden Schulen. Hiermit bewegen wir uns in den Zuständigkeitsbereichen der Verbandsgemeinden und des Landkreises. Alleine dieses Beispiel verdeutlicht, dass mit der Wahl eines (Wohn-)Standortes verschiedene Handlungsbereiche und alle kommunalen Ebenen betroffen bzw. gefordert sind.“

Der Leiter des Amtes für Kreisentwicklung, Helmut Berscheid, sowie der Projektmanager für das Integrierte Kreisentwicklungskonzept, Andreas Heiseler, gaben bei sämtlichen Regionalkonferenzen Einblicke in die bisher erarbeiteten Ergebnisse des Kreisentwicklungskonzeptes. Hier wurde aufgezeigt, welche Maßnahmen und Projekte seit den letzten Regionalkonferenzen in 2017 bereits realisiert werden konnten. Als wichtige Beispiele wurden der erfolgte Breitbandausbau sowie die Umsetzung des ÖPNV-Konzeptes in den vergangenen Jahren genannt. Zudem stellten Sie das Zukunftsbild für den Eifelkreis aus Sicht der Verwaltung vor.

Im Anschluss waren die Teilnehmenden der Regionalkonferenzen gefordert. Während eines Visions-Cafés wurde an Tischgruppen zunächst über das vorgestellte Zukunftsbild und die eigenen Visionen für den Eifelkreis diskutiert, die Ergebnisse – teils sehr kreativ in Form von eigenen Visualisierungen – festgehalten und dem Plenum präsentiert. So gestaltet sich der Eifelkreis aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Zukunft – eine Auswahl:

  • Der Eifelkreis ist Energieautark - Regionale Wertschöpfung ist uns wichtig!
  • Es gibt vielfältige und miteinander vernetzte Mobilitätsangebote für ALLE!
  • Die ärztliche Versorgung ist gesichert – Telemedizinische Leistungen ergänzen das Angebot!
  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind unsere Zukunft – Wir bieten attraktive Freizeitangebote und Berufsmöglichkeiten!
  • Wir haben intakte Ortskerne und Dorfgemeinschaften!
  • Die Verwaltungen im Landkreis sind modern und vor allem digital aufgestellt!

Im zweiten Teil der Mitmachphase erhielten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Maßnahmen und Projekte in acht ausgewählten Handlungsfeldern zu bewerten. „Hierdurch erhalten wir als Verwaltung eine Rückmeldung dazu, welche Maßnahmen und Projekte den Bürgerinnen und Bürgern am wichtigsten sind. Das wollen wir bei der Umsetzung berücksichtigen und dementsprechend unseren Gremien vorschlagen“, so Projektmanager Andreas Heiseler zum weiteren Ausblick.

Doch was konnten die Teilnehmenden von den Regionalkonferenzen für sich mitnehmen? Positiv wahrgenommen wurde, dass die Bürgerinnen und Bürger beim Prozess beteiligt werden und zu erkennen ist, dass der Eifelkreis solch wichtige Themen wie Mobilität, Klimaschutz und Digitalisierung aktiv gestalten möchte. Besonders wichtig war den Beteiligten dabei jedoch, dass die Ideen nicht nur zusammengetragen, sondern auch Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Wie wird mit den Ergebnissen aus den Regionalkonferenzen verfahren? Wie geht es mit dem Kreisentwicklungskonzept weiter? Dies erfahren Sie in einem weiteren Bericht.

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